Konzept des tivolotte
Mädchenclub
Inhalt
Kurzfassung
Aktuelles Konzept
1. Leitbild
2. Zielgruppe
3. Angebote
Offener Bereich
Schwerpunkt
Medienangebote
Computer, Internet
Video,
Film, Foto
Kooperation
Mediation
4. Ziele
5. Rahmenbedingungen
6. Geschichte des Projektes
Vergangenheit
Gegenwart
Der Träger Kinder lernen Leben (KileLe) gGmbH
Der tivolotte Mädchenclub ist seit 1991 ein:
Schutz -, Experimentier -, Erlebnis -,
Entfaltungs-, Kommunikations - und
Lernraum für Mädchen und junge Frauen
im Alter von 8 - 21 Jahren
Arbeitsschwerpunkte sind u.a.
offener Treff (Kickern, Spielen, Quatschen, Hausaufgaben...)
Medienarbeit (Computer, Internet, Video, Foto, Kino...)
Workshops (Sexualität, Gewalt, Selbstbehauptung & Selbstverteidigung,...)
Kreative und handwerkliche Angebote (Holz, Farben, Stein, Perlen,...)
Ausflüge (Schwimmen, Stadterkundungen, Ausstellungen,...)
Gremien- und Netzwerkarbeit
Qualitätsentwicklung in der Mädchenarbeit
Mitarbeit beim bundesweiten Mädchentaschenkalender LUZIE (seit 1997)
Wir setzen an den Potentialen, Ressourcen und Bedürfnissen der Mädchen und jungen Frauen an.
Wir unterstützen sie, ihr Leben eigenständig zu planen und selbstbestimmt ihre Interessen zu vertreten.
Wir stärken die Mädchen und junge Frauen in ihren schulischen Chancen auf dem modernen Arbeitsmarkt, der neben schulischen Leistungen auch soziale, kulturelle und kreative Kompetenzen verlangt.
Wir arbeiten gewaltpräventiv und unterstützen darin, Konflikte gewaltfrei zu klären, Diskriminierungen entgegenzuwirken und Gleichberechtigung zu fördern.
Wir berücksichtigen die Lebensumstände und das soziale Umfeld der Mädchen und jungen Frauen.
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1. Leitbild
Unser Konzept orientiert sich an den Prinzipien der feministischen Mädchenarbeit. Es geht davon aus, dass die Lebensrealität von Mädchen und Frauen primär durch ihre Geschlechtszugehörigkeit bestimmt ist. Wir sehen unsere Arbeit als einen Beitrag auf dem Weg zur Chancengleichheit für Mädchen und junge Frauen.
In der pädagogischen Arbeit wird versucht, die Lebenssituation von Mädchen zu verbessern. Ziel ist es, die Mädchen auf dem Weg ihrer Identitätsentwicklung zu stärken und ihnen patriarchalische Strukturen und Wirkungsweisen bewusst zu machen. Die praktische Arbeit setzt bei den Interessen und Stärken der Mädchen an, verstärkt ihre Eigenständigkeit und Selbstbehauptung. Die Mitarbeiterinnen bieten sich den Mädchen und Frauen als Vorbild und Identifikationsfigur an.
Die Prinzipien feministischer Mädchenarbeit sind:
Räume für Mädchen und Frauen, d.h. die Schaffung von Räumen, die ausschließlich Mädchen und Frauen vorbehalten sind und über die sie selbstbestimmt verfügen können.
Ganzheitlichkeit, d.h. von der Komplexität und Widersprüchlichkeit des weiblichen Lebenszusammenhanges auszugehen und das Leben in seiner Ganzheit zu erfassen.
Parteilichkeit der Pädagoginnen, d.h. die vorurteilsfreie Akzeptanz aller Mädchen und Frauen, ihre Anerkennung als ganze Person. Es geht dabei jedoch nicht darum, alles, was sie tun, richtig zu finden, sondern sie zur Auseinandersetzung anzuregen, ihnen Orientierung und Unterstützung zu bieten. Parteilichkeit bedeutet auch Interessenvertreterin für die Belange von Mädchen zu sein, d.h. in möglichst allen gesellschaftlichen Bereichen Partei für sie zu ergreifen, auch wenn sie nicht mit den feministischen Ansichten übereinstimmen. Parteilichkeit ist eine solidarische Grundposition und die bewusste Entscheidung, sich auf Frauen zu beziehen.
Autonomie, d.h. die Mädchen darin zu unterstützen, selbstverantwortlich zu handeln und eigenständige Entscheidungen zu treffen.
Die Rolle der Pädagogin als Vorbild, d.h. eine ständige kritische Reflexion der eigenen Rolle, um Mädchen bewusst ein Vorbild bieten zu können.
Wir bieten den Mädchen einen Schutz- Experimentier-, Erlebnis-, Entfaltungs-, Kommunikations- und Lernraum. Der geschlechtshomogene Raum stellt eine Möglichkeit dar, sich selbst auszuprobieren, stärkt die Mädchen und unterstützt sie in ihrer Selbstfindung. Unsere Arbeit setzt an den Potentialen, Ressourcen und Bedürfnissen der Mädchen an. Wir berücksichtigen die Lebensumstände und das soziale Umfeld der Mädchen und jungen Frauen. Wir arbeiten gewaltpräventiv und unterstützen sie darin, Konflikte gewaltfrei zu klären, Diskriminierungen entgegenzuwirken und Gleichberechtigung zu fördern. Wir helfen ihnen, ihr Leben eigenständig zu planen und selbstbestimmt ihre Interessen zu vertreten.
Die Medien Video, Computer, Internet und Fotografie sind unsere Arbeitsschwerpunkte und bieten uns die Möglichkeit die genannten Zielstellungen umzusetzen.
Um möglichst viele Mädchen zu erreichen, arbeiten wir projektübergreifend in Kooperation mit Schulen und anderen interessierten Einrichtungen. Bei Bedarf werden wir als Multiplikatorinnen für das Konzept der geschlechtsspezifischen Arbeit mit Mädchen tätig.
Für alle Mädchen besteht die Möglichkeit individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Bei massiven Problemen kooperieren wir mit Spezialistinnen und/ oder vermitteln den Mädchen und jungen Frauen spezielle Hilfen.
Grundsätzlich können auch die Eltern von uns beraten werden. Auch hier besteht die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen.
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2. Zielgruppe
Unsere Angebote richten wir an Mädchen und junge Frauen im Alter von 8-21 Jahren, unabhängig von ihrer Nationalität und Konfession. Hauptsächlich sprechen wir die Mädchen in der näheren Wohnumgebung und den angrenzenden Planungsräumen an. Häufig haben sie schon Ausgrenzungen in der Art erfahren, dass sie Angebote in anderen Einrichtungen nicht wahrnehmen.
Sehr viele Mädchen nutzen die Technik und die Medienangebote in den koedukativen Einrichtungen in nicht so großem Maße. In dem geschützten Rahmen des Mädchenprojektes finden sie eher Zugang zu den Medien und probieren sich darin aus. Unsere Angebote richten sich auch an Mädchen und junge Frauen mit Behinderungen.
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3. Angebote
Der tivolotte Mädchenclub versteht sich als eine Freizeiteinrichtung mit überwiegend offenen, niedrigschwelligen Angeboten. Darüber hinaus bieten wir Gruppen, Kurse und Workshops an. Die Angebote sind altersübergreifend als auch altersdifferenziert.
Im Bereich des offenen Freizeittreffs gestalten die Besucherinnen das Programm nach ihren Vorstellungen zum Beispiel Kickern, Quatschen, Musik hören, Spielen, Verkleiden, Toben, Kochen aber auch Hausaufgaben erledigen, Bewerbungen schreiben. Den Mädchen und jungen Frauen steht eine Auswahl an Büchern zu verschiedenen Themen wie z.B. Gewalt, erste Liebe, Abenteuer und Wissen zur Benutzung und Ausleihe zur Verfügung.
Die Betreuerinnen stehen ihnen bei der Umsetzung ihrer Ideen hilfreich zur Seite. Sie begleiten und initiieren Gruppenprozesse zum sozialen Lernen und zur Förderung von Konflikt– und Kritikfähigkeit.
Außerdem stehen sie ihnen als Beraterinnen zur Verfügung, die auf der Basis einer Vertrauensbeziehung hilfreiche Unterstützung anbieten.
Kreative und handwerkliche Angebote finden regelmäßig zwei Mal in der Woche statt. Hier werden verschiedene Werkstoffe und Werkzeuge zum Einsatz gebracht, wie z.B. Holz, Farben, Stein, Perlen, Keramik.
Ein Mal wöchentlich gibt es besondere Bewegungsspiele/ Sportmöglichkeiten, hier kann auch der Boxsack zum Einsatz kommen. Ansonsten haben die Mädchen jederzeit die Möglichkeit im Bewegungsraum sowie auf der Terrasse aktiv zu werden z.B. Seilspringen, Reifenspiele etc.
Wir achten in unserer Einrichtung auf gesunde Ernährung und es gibt ein Mal wöchentlich ein Koch- bzw. Backangebot für die Mädchen. Zusätzlich sollen gesunde Snacks verkauft werden.
Neben der offenen Angebotsstruktur gibt es Gruppenaktivitäten in Form von Ausflügen, Workshops und Kursen zu Themenbereichen wie:
Körper/ Identität/ Selbstvertrauen (Sexualität, Gewalt, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, Verkleiden, "Baby Boom")
Ausflüge (Schwimmen, Stadterkundungen, Ausstellungen)
Berufsorientierung
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Medienangebote
Die Vermittlung von Medienkompetenz ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit mit den Mädchen. Sie erlernen zwar bereits in der Schule mit Computern umzugehen, haben aber im Vergleich zu Jungen ihrer Altersgruppe noch immer enorme Wissensrückstände. Im Projekt erfolgt die Annäherung an die Computertechnik einerseits durch Anleitungen und Kurse, in denen die Anwendung bestimmter Computerprogramme im Mittelpunkt steht, und andererseits über die individuelle Betreuung bei der Umsetzung von Ideen, der Lösung von Problemen während der Nutzung und der Erledigung von Hausaufgaben. Der freie Zugang zu den Rechnern hilft den Mädchen, die Hemmungen im Umgang mit diesem Medium abzubauen.
Bei der Auswahl der Spiele und Internetseiten wird auf Gewaltfreiheit und den Verzicht sexistischer und rassistischer Inhalte und Darstellungen geachtet.
Zu den Medienangeboten zählen:
Computer und Internet
Computerkurse
Nutzung von Lernsoftware
Erwerb des Internetführerscheins Comp@ss
Chatten, Möglichkeiten von E-Mail nutzen
Homepage erweitern, eigene Homepage erstellen
digitale Fotoverarbeitung
Surfen
Internet als Lernmedium z.B. für Hausaufgaben nutzen
Videotechnik, Film und Foto
Eigene Videofilme erstellen und analog oder digital weiterverarbeiten
Schwarz-Weiß Fotografieren, Entwickeln, Bearbeiten im eigenen Fotolabor
Digitale Fotografie, am PC bearbeiten
Vorführung von Kinofilmen in der Einrichtung mit pädagogischer Begleitung
Zusätzlich finden Angebote statt, in denen verschiedene Medien miteinander verknüpft werden.
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Kooperation über Angebote mit anderen Einrichtungen
Wir bieten unsere Workshops auch in anderen Einrichtungen für Mädchen und junge Frauen an, dazu gehören z.B. sexualpädagogische Angebote, Bildungsangebote (z.B.”Frauen in der Rockmusik”) in Schulen, Mädcheneinrichtungen oder für Mädchengruppen.
Weiterhin sind wir auch an Zusammenarbeit mit Schulen interessiert.
Fachfrauen und Multiplikatorinnen können bei uns Fachbücher zur Mädchenarbeit nutzen und ausleihen. Es besteht die Möglichkeit des Fachaustausches über Mädchenarbeit.
Mediation
Bei Konflikten der Mädchen untereinander, Konflikten in der Familie, in deren Ausbildungsstelle oder ähnlichen Situationen besteht die Möglichkeit, Mediation in Anspruch zu nehmen.
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4. Ziele
Im Mittelpunkt steht die Unterstützung der Mädchen und jungen Frauen darin, ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen zu erkennen und durchzusetzen. Dabei geht es darum, die Auseinandersetzung mit der eigenen Sozialisation zu fördern und ihnen Mut zu machen, auch Wege jenseits von Traditionen und gesellschaftlichen Konventionen zu wählen. Ein anderer Schwerpunkt ist die Erweiterung von sozialen Kompetenzen, wie z.B. Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Förderung eines solidarischen und interkulturellen Miteinanders. Das soll vor allem über die Entwicklung eines stabilen und positiven Selbstwertgefühls erreicht werden.
Mädchen und junge Frauen sollen in allen sie betreffenden Bereichen mitbestimmen können. Die Stärkung der aktiven Partizipation an gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen ist daher von großer Bedeutung.
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5. Rahmenbedingungen
5.1. Qualitätssicherung
Als Grundlage der Qualitätssicherung in unserem Projekt arbeiten wir mit dem Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten, welches von der Projektgruppe Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit entwickelt wurde.
5.2. Pädagogische Mitarbeiterinnen
Im tivolotte Mädchenclub gibt es 2,15 Stellen für Pädagoginnen.
Die Gesamtstundenzahl beträgt insgesamt 86 Wochenstunden Arbeitszeit für Vor- und Nachbereitung, die direkte Arbeit mit der Zielgruppe, Verwaltungstätigkeit sowie für die Arbeit in bezirklichen Ausschüssen und Gremien.
Die Stelle der Projektleiterin ist mit einer Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin besetzt, die beiden anderen mit Erzieherinnen bzw. Mitarbeiterinnen mit gleichwertiger Qualifikation.
Praktikantinnen aus dem pädagogischen Bereich ermöglichen wir Erfahrungen in der Praxis der Mädchenarbeit zu sammeln und bieten dabei qualifizierte Anleitung und Unterstützung.
Zur Sicherung der Vielfalt unserer Angebote können wir im Moment nur im geringen Umfang Honorarmitarbeiterinnen beschäftigen.
5.3. Sichere Orte für Kinder
Der Jugendhilfeausschuss Pankow zu Berlin hat beschlossen, dass offene Kinder- und Jugendeinrichtungen nach dem Konzept "Sichere Orte für Kinder" arbeiten sollen. Dieses Konzept beinhaltet praktische Hinweise und Anleitungen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor pädophilen Übergriffen in offenen Freizeiteinrichtungen.
Der tivolotte-Mädchenclub ist auf Grund seiner geschlechtsspezifischen Ausrichtung ein Schutzraum, in dem ausschließlich Frauen arbeiten. Sexuelle Übergriffe gehen in der Regel zu 90% von Männern und nur zu 10% von Frauen aus.
In Gesprächen und speziellen Projekten z.B. zu Selbstbehauptung, Selbstverteidigung und Gewalt aber auch zum eigenen Körper und zur Selbstwahrnehmung wird der Themenkreis mit den Besucherinnen bearbeitet, um sie zu sensibilisieren und ihre Persönlichkeit zu stärken.
Mitarbeiterinnen, Honrorarkräfte und Praktikantinnen sind und werden bei Einarbeitung für das Thema sensibilisiert. Die im Konzept "Sichere Orte für Kinder" empfohlenen Zusatzvereinbarungen für pädagogische Mitarbeiterinnen wurden angepasst.
Wenn im Haus öffentliche Veranstaltungen, wie z.B. ein Tag der offenen Tür oder der monatliche Familiensonntag stattfinden, tragen die Mitarbeiterinnen Namensschilder, um sie als Verantwortliche erkennbar zu machen.
Der Eingangsbereich des Clubs verfügt über eine Klingel- und Videoüberwachungsanlage. Alle BesucherInnen werden persönlich begrüßt, so dass der Zugang von Unbekannten ausgeschlossen ist.
Zukünftig sollen noch weitere Sicherungsmaßnahmen des Konzeptes umgesetzt werden.
5.4. Standort
An der Stelle des Neubaues stand vormals das traditionsreiche Kino Tivoli, von dem die Fassade aus Gründen des Denkmalschutzes und Erinnerung nachgestaltet wurde. Der Supermarkt LIDL im Erdgeschoss der Einrichtung kann Anziehungspunkt für potentielle Besucherinnen sein.
Das Gebäude liegt verkehrsgünstig am U+S Bahnhof Pankow, an der Straßenbahnhaltestelle der Linien 50, 52 und 53 und der Buslinie 250.
Der Standort gehört zum Planungsraum Vlll des Bezirkes Pankow, grenzt im Norden an den Planungsraum Vl. Er ist das Gebiet mit der zweitgrößten Anzahl von EinwohnerInnen im Bezirk. Im Bezirksvergleich spiegelt dies sich auch im prozentualen Anteil der jungen Bevölkerung. Im Planungsraum selbst sind jedoch die über 65-jährigen EinwohnerInnen deutlich überrepräsentiert. Der Planungsraum ist der mit Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit schlecht versorgteste des Bezirks (ca. 9%).
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6. Geschichte des Projekts
6.1 Vergangenheit
Das LOTTE - Mädchenprojekt wurde am 01.07.1991 gegründet mit der Absicht, Mädchen und jungen Frauen aus dem Ostteil der Stadt einen Frei- und auch Schutzraum zu bieten. Hier erhielten sie Möglichkeiten, sich frei von männlichem Einfluss zu erleben, auszuleben und angenommen zu fühlen. Der Versuch einer speziellen Versorgung der Mädchen und jungen Frauen in Bezug auf die unterschiedlichen Ausgangslagen in der Zeit nach der Vereinigung beider deutscher Staaten, erhielt im Konzept einen besonderen Stellenwert.
Bis zum Ende des Jahres 1996 hatte das Projekt den Status eines Modellprojektes und erhielt als solches Zuwendungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder - und Jugendplanes (Mädchenprogramm). Seit dem Haushaltsjahr 1996/97 trägt das Bezirksamt Prenzlauer Berg, nach der Verwaltungsreform das Bezirksamt Pankow, die Personalstellen und Sachkosten des Projektes. Zus&aauml;tzlich finanzierten sich einzelne Angebote aus Drittmitteln (Stiftungen, EU - Programme u. a.).Seit Anfang 2004 werden nur noch die Personalkosten vom Bezirksamt Pankow gefördert. Die anderen Kosten müssen durch Eigen- und Drittmittel gesichert werden.
Im Anfangsjahr des Projektes setzte sich das Arbeitsteam aus ca. 9 Mitarbeiterinnen verschiedener Professionen zusammen, von denen nur wenige feste Arbeitsverträge besaßen. Der überwiegende Teil dürfte wohl einen über die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Arbeitsamtes vermittelten, zeitlich befristeten Arbeitsvertrag erhalten haben. Die große Mitarbeiterinnenzahl ermöglichte eine Vielzahl verschiedener Angebote und Arbeitsweisen. Es gab ein Beratungsangebot speziell zur Berufsfindung, ein festes Computerangebot, Schulprojekte, Videoangebote, eine Fotogruppe, Theaterarbeit, technisch- handwerkliche und kreativ- gestalterische Projekte. Die Kolleginnen waren auf ihr jeweiliges Gebiet spezialisiert. Der Schwerpunkt der Arbeit mit den Mädchen und Frauen schien auf der Arbeit mit Gruppen zu liegen. Eine Mitarbeiterin war allein für die Verwaltung des Projektes zuständig.
Auf der Grundlage eines in der DDR weit verbreiteten emanzipatorischen Blickwinkels, vertraten die Mitarbeiterinnen des Projektes ein an den Defiziten von Mädchen orientiertes Konzept. Mädchen und Frauen stellten Forderungen, die an den Möglichkeiten von Männern orientiert waren. Eine Gleichberechtigung der Geschlechter hieß, sich das ”herausnehmen” zu dürfen, was bisher nur den Männern zustand.
Im Zuge der veränderten Förderungen mußte das Projekt im Laufe der Jahre mit immer weniger Mitarbeiterinnen auskommen. Die Angebote haben sich ebenso weiterentwickelt und sind niedrigschwelliger geworden.
Ungefähr bis zum Jahre 1998 gehörte das LOTTE-Mädchen-Wohnprojekt zum LOTTE-Mädchenprojekt. Heute arbeitet es als eigenständiges Projekt des Jugendwerk Aufbau Ost e.V. im selben Stadtbezirk. Vier Mitarbeiterinnen betreuen hier bis zu 10 junge Frauen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren in einer betreuten Wohngemeinschaft.
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6.2. Gegenwart
Im Jahr 2003 hat ein Umzug und gleichzeitig eine Umbenennung des Projekts stattgefunden. Das Projekt ist nach Pankow umgezogen und hat den alten Sozialraum verlassen, in dem wir seit 13 Jahren tätig waren.
Der neue Name tivolotte ist in Anlehnung an das ehemalige Kino Tivoli entstanden, welches am jetzigen Standort ansässig war. Im Jahr 1898 wurde hier erstmalig von den Brüdern Skladanowsky ein Kinofilm vorgeführt. Das Gebäude wurde abgerissen und ein Neubau mit Supermarkt entstand. Im vorderen Teil des Hauses befindet sich tivolotte im oberen Stockwerk. Die Geschichte des Standorts ermöglicht eine Vertiefung des Medienschwerpunktes mit Kino und Computer, Fotolabor etc.
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Der Träger Kinder lernen Leben (KileLe) gGmbH
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